sven kalden
"Die Rauminstallation „Nationbuilding“ basiert auf einer Abbildung brennender Ölquellen im Irak von 2004, wo die USA das Land in ihrem „War on Terror“ heimsuchte und zerstörte, obgleich schon von Beginn an keinerlei Verbindung zwischen Al Quaida und dem Regime des irakischen Diktators Sadaam Hussein nachweisbar war. Die Pläne hatten längst vor 9/11 in den Schubladen bereitgelegen und der Krieg folgte sowohl globalstrategischen Gründen als auch der Ressourcensicherung. Die Form der schwarzen Qualmwolken hat Kalden als 3DModell in eine horizontale Landschaft transformiert. Kaldens Landschaftsmodell imaginiert vordergründig und begrifflich Aufbau, Selbstständigkeit und Souveränität. Indem Kalden allerdings das Zeichen der Zerstörung in Form der luftverschmutzenden tiefschwarzen Qualmwolken in eine Landschaft überführt, verdeutlicht er die Diabolik der angeblich humanitären „Befreiung“ durch die USA im Rahmen des „War on Terror“. „Regime Change“ als „Nationbuilding“ mit geschätzt über einer Million Tote. Kaldens Fake einer „Nationbuilding“ übersetzt das Desaster dieses völkerrechtswidrigen Krieges mit Sarkasmus in eine Installation, die für den Zynismus der US-Intervention ein treffendes Bild findet."
Aus: claire obscure, Kunstverein Speyer, 2018, Matthias Reichelt







